Wildbienen-Nisthilfe St. Alban

 

Eröffnung am 27. August

Mein Name ist Torsten Jäger und ich arbeite mit Frau Thieme-Jäger im Netzwerkarbeitskreis „WiB–Wir-in-Bodenheim“ zum Wohle unserer Zukunft und unserer Umwelt zusammen. Wir haben uns wiederholt über Nachhaltigkeit und die Möglichkeit unterhalten, wie mit einfachen MItteln die Artenvielfalt erhalten werden kann. Wir haben ein Konzept ausgearbeitet und wir haben geplant auf dem Gelände des Caritas-Zentrums St. Alban eine Nisthilfe der besonderen Art zu errichten, eine „Kinderstube“ für Wildbienen.

 

In Deutschland existieren rund 560 Wildbienenarten, wovon viele auch in unserem milden Rheinhessen vorkommen. Darunter verblüffend große wie die verschiedenen Hummelarten, aber auch nur wenige Millimeter kleine wie einige Furchen- und Schmalbienen. Es gibt orangefarbene Bienen, rote, bläuliche und dunkle, sogar welche mit grünen Augen. Viele von ihnen leben solitär, also einzeln, und nicht in Völkern. Sie sind friedlich, ungefährlich – dafür aber nützlich und leider gefährdet.


Als angehender Wildbienenbotschafter des BUND  (Bund für Umwelt und Naturschutz) engagiere ich mich für den Schutz dieser enorm wichtigen und wunderschönen Insekten. Wildbienen sind maßgeblich an der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen beteiligt und gleichzeitig wichtiger Bestandteil in den Ökosystemen und der Nahrungskette. Gleichzeitig gehen ihre Bestände erschreckend zurück.


Grund genug, ihnen Nistmöglichkeiten zu bieten, denn an denen mangelt es den Tieren. Wichtig ist dabei, dass im Umkreis dieser Nisthilfe stets genug Pollen zur Verfügung steht. Den sammeln die Bienen und legen ihn in die Röhren als „Pollenbrot“. Auf diesen Pollen setzen sie ein Ei, verschließen den Bereich dann als erste Kammer mit Lehm, Harz oder anderen Materialien, setzen davor wieder ein Pollenbrot, ein Ei, verschließen die Kammer und setzen das Spiel fort, bis die Röhre voll ist. Die Larven der Tiere überdauern dort oft den Winter als Puppe und im Frühjahr, an den ersten sonnigen und milden Tagen des Jahres, schlüpft die frühste unserer Wildbienenarten: Die Mauerbiene, die man oft an solchen Nisthilfen antrifft.

 

Sehr gute Bedinungen sind auf dem Gelände des Caritazentrums gegeben. Frau Thieme-Jäger war sofort begeistert, wir planten die nächsten Schritte. Nach einer intensiven Ortsbesichtigung entstand der Plan, die Weichen im Caritaszentrums waren gestellt.

 

Am 27. August wird die Wildbienen-Nisthilfe errichtet, noch ein wenig verschönert und dann nach und nach mit den Nistmaterialen bestückt. Sie wird aus einem regionaltypischen fast 100 Jahre alten Eichen-Weinfass hergestellt. Rund um die Nisthilfe wird ein kleiner Bereich mit Steinen und Sand entstehen, der ebenfalls einigen Wildbienenarten eine Nistmöglichkeit bietet. Denn viele unserer heimischen Wildbienen nisten im Erdreich, in Löss-Böden (wie z.B. in den Lössabbruchkanten im Nackenheimer Eichelsbachtal zu beobachten) oder eben auch im Sand. Verschiedene bienenfreundliche, heimische Blühpflanzen werden das Projekt ergänzen, das die praktische Abschlussaufgabe meiner Ausbildung zum Wildbienenbotschafter bildet.


Fragen? Schreiben Sie mir eine Mail an:  to.jaeger@arcor.de
, Besichtigungen können über das WiB Büro verabredet werden. Informationsmaterial gibt es dort ebenfalls und Frau Thieme-Jäger arbeitet mit und begleitet das Projekt.
Mehr zum Leben und Schutz der Wildbienen ist auch auf der Website unserer Naturschutzgruppe Bodenheim  www.mehrnatur.wordpress.com zu finden.

 

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